CATERHAM R500 - Meine persönliche Kit-Car-Story


CATERHAM R500 – Meine persönliche Kit-Car-Story

Kennt ihr das, da hat man als Kind ein Model von einem Auto, dass einen sein Leben lang nicht mehr los lässt. Bei mir war und ist das der Seven. Den Traum vom eigenen Seven konnte ich mir bereits vor 14 Jahren mit einem VM Seventy Seven erfüllen. Gefolgt von HKT GTS und Caterham HPC. Aber irgendwie hat es sich in meinen Kopf eingebrannt, so ein Auto einmal in meinem Leben selbst bauen zu wollen. Und hier beginnt eigentlich erst die Story von meinem R500:

Es war mein 40ster Geburtstag, meine Frau überraschte mich an diesem Tag mit einer grandiosen Party und einem besonderen Geschenk: Ein Tamiya Bausatz 1:12 von einem Caterham JPE. Das ist schon der Wahnsinn, weil es den Bausatz gar nicht mehr offiziell zu kaufen gibt, aber es kommt noch besser. Sie schreibt: „Du darfst dich an dem Kleinen beweisen, und wenn der fertig ist, kannst du dir einen großen 1:1 Bausatz bestellen“. Na das ist doch mal was, dachte ich mir und hab innerhalb von 3 Wochen den 1:12 Caterham fertig gestellt. Also, Versprechen eingelöst und ab zu CCK nach Kempten – Probe fahren. Die Bestellung war schnell aufgegeben – „Mann“ weiß ja was man will – und warten bis die erlösende Nachricht von Gunther kam: „Martin, dein Bausatz ist abholbereit in England“.  Also Koffer und Auto gepackt und ab nach Dartford. Dort sind meine Frau und ich sehr nett in Empfang genommen worden und haben uns die Manufaktur zeigen lassen. Highlight des Tages: Übergabe meines Caterham mitten in der Fertigungshalle – der absolute Wahnsinn!

Zu Hause angekommen erst mal schlafen und am nächsten Morgen direkt zum Folierer – Wunschfarbe: Matt Anthrazit. Wenn ihr euch fragt, warum Folie? Ist meine Antwort ganz einfach: Günstiger als eine Lackierung und jederzeit sehr schnell wieder veränderbar.

Start Fahrzeugbau: Die Bauanleitung war natürlich in den Wochen davor bereits mehrfach durchgearbeitet worden und so ging es auch sofort ans Werk. Die erste Woche war schnell vergangen. Nach Tagen mit 10 bis 12 Stunden Schichten - ich hatte ja extra Urlaub genommen - war der Baustand von meinem R500 schon so weit vorangeschritten, dass man meinte, ich könnte damit bereits fahren. Achsen, Motor und Getriebe waren montiert. Aber Gunther sagte mir bereits bei der Bestellung: Es sieht schnell nach einem Auto aus, aber dann kommt die Detailarbeit – und die dauert. Er sollte Recht behalten: Bleche nieten, Kabelbaum, Beleuchtung und Heizung nehmen viel Zeit in Anspruch. Besonders schwierig wurden Umfänge, die in der Bauanleitung nicht beschrieben waren. Der Grund dafür ist einfach: Der R500 wurde nie offiziell als Bausatz angeboten, dementsprechend gibt es auch keine Bauanleitung dafür, nur die des R400. Nach meinen Informationen gibt es weltweit nur vier R500, die als Bausatz beim oder vom Kunden aufgebaut wurden. Seit meiner Geschichte kenne ich schon mal zwei von Ihnen. An dieser Stelle vielen Dank an Wolfgang, ohne ihn hätte ich das Rätsel der Blinkerverkabelung im Lenkrad wohl nie gelöst. Der restliche Aufbau war problemlos, die Qualität des Bausatzes an sich war überraschend gut. Man merkt, dass Caterham viele Jahrzehnte Erfahrung mit Kit Cars hat. Nach 6 Wochen und ca. 150 Arbeitsstunden war es dann so weit: Der erste Motorstart. Ein Gefühl wie Ostern und Weihnachten zusammen. Mein von mir selbst gebauter Cat läuft auf Anhieb. Eine kleine Probefahrt im Wohngebiet musste sein. Dann ab auf den Hänger und ab zum „post build check“ zurück nach England. TÜV und Zulassung hab ich Gunther überlassen. Jetzt hat der Kleine seine ersten 1.000km hinter sich gebracht und ich muss sagen: Geil, genial, super. Fahren pur. So hab ich mir das vorgestellt J.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen: Vom R500 wurden 174 Stück offiziell ausgeliefert. In Summe wurden 177 Stück produziert, davon 4 als Kit Car. Ach ja: Meiner hat die Nummer 177 ;-) .

Hier ein paar Impressionen aus dem Fahrzeugaufbau:

Mein Fazit nach dieser Story: Meine Frau ist das Beste was mir je passiert ist. Rita und Gunther sind zu sehr guten Freunden geworden und es wird wohl für den Rest meines Lebens immer ein Seven in der Garage stehen.

In diesem Sinne,

Euer     Martin


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